sammlung dichter


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herr glober besucht 2006 die sammlung dichter:

aber lassen sie uns nun die sammlung betreten, hr. glober.

1.station: eintritt 2 euro für 1400 m2 ausstellungsfläche - unverschämt, oder? für kulturjournalisten wohl zu hoch gegriffen, oder verbindet man das wieder mit dem von oskar seidenglanz entworfenen slogan "das beste, billig". ein sekterl, ein büffeterl und gleich auch noch das texterl, das wär’ wohl interessanter, oder, hr. glober? glober schweigt. nun, sie müssen für unsere führung natürlich nichts bezahlen. eh klar.
wir legen die 2 euros gerne für sie aus. schwupp, wir sind drinnen. das foyer zeigt die protagonisten und ihre unglaubliche geschichte.
der ausstellungsbesucher kann hier verweilen und anhand von interviews in die privatsphäre von edith (sozialwissenschaftlerin) und walter (komponist & musikkritiker, la times) eintauchen. sie werden auch über ernest dichter, gründer der motivforschung (studium in wien & paris 1930-38) informiert. ernest dekorierte hier für seinen onkel die schaufenster, nun werden diese von den ausstellungs-/projekträumen (siehe grundstein) wiederbelebt. da braucht man zeit und ruhe. die gönnen wir ihnen, von ganzem herzen. wir verlassen nun die zeitgeschichtliche sektion der sammlung.
wenden wir uns einigen arbeiten, welche die dichters in den letzten 50 jahren so angeschafft haben, zu.
wir sehen eine gruppe von zwergenähnlichen, weißen skulpturen. schon wieder eine tagung? - wir unter uns - eine arbeit von julie hayward. wir wollen sie nicht länger stören. ein stück weiter zeigt uns zos de wit, was männersache ist.
beim wunderschönen treppenaufgang lässt uns ein künstler der larry fortansky stiftung die sinnhaftigkeit eines hl. krieges hinterfragen. treppe abwärts, und wir treffen auf claudia-maria luenigs arbeit. anrüchiges terrain. rent an artist, rent an artist... eine tiefe stimme zieht uns zur nächsten station. ursula nicolussi (trixi goldstein) will etwas geld für sich und ihren sprössling auftreiben. in englisch? na gut, der eine oder andere journalist wird’s schon verstehen. sonst bitte bei uns melden. danke.
wir drehen uns um und sehen eine riesige ausstellungshalle. real oder nicht? die spiegel vermitteln uns das wunderbar. keine kameras an den wänden, nur spiegel, die uns durch das erdgeschoß ziehen. wühlkisten der fa. osei auch in der sammlung. wirklich interessant, was diese dichters alles gesammelt haben.

die eine von michael vonbank bemalt, die andere von heinz grosskopf mit irischen landpills bestückt und paul rozas goldene zeiten bringen uns ans ende der dreißiger jahre zurück auf den boden des irrationalen. wir bewegen uns mit den spiegeln weiter und sehen vor uns einen von einer seidenraupe (fa. osei) eingewickelten spiegel. danke harald grünauer. nun, wir drehen uns zur linken. oh ein baumhaus? niedlich oder? ja, es sind modelle von behruz heschmat, perser, ausgewiesen von des schahs schergen.

kein land in sicht. heimat ist der baum, der baum zu metall erstarrt, aber sein bewohner aus holz lebt weiter. bald wird das erste baumhaus von behruz heschmat (höhe 4 m) in kufstein aufgestellt. nun, behruz heschmat kann die dichters gut verstehen, und sie ihn wohl auch. wir gehen weiter und bemerken elizabeth mcglynn vor einer keltischen kultstätte in irland (sw 1991). gute wahl, hr. dichter. vis-à-vis sehen wir verlassene räume. wo soll das sein? es ist der altbau. hier haben sie gearbeitet und gelebt, die dichters. schwarzweiß-fotografie marke heinz grosskopf. kasperltheater. was soll das alles hier. bitte schütz mich vor dem, was ich will (zitat jenny holzer). aber es zieht einen hin zu diesem kasperltheater. das macht happy. eine kurze drehung und wir sehen zur linken malerei von leslie demelo (...), daneben denkt roland schütz über das jahr 1999 nach. filip gregorowicz schaut einer frau über den rücken und nilbar güres zeigt ihre stoffperson und einen ausschnitt ihrer performance. sehenswert. oder? gegenüber sehen wir großformatige malereien von michael vonbank. zeit, sich damit auseinanderzusetzen. hoffentlich haben sie noch genügend zeit, hr. glober.

was macht youdontski in dieser sammlung. pole oder nicht? christof gantner spricht englisch. macht nichts, wir ziehen weiter, noch ein kurzer blick auf behruz heschmats baumhaus. was taucht hinter uns auf?  peter sandbichlers neueste skulptur. boot oder stealth bomber? es wird uns vis-à-vis erklärt. danke peter. ein blick nach links. ins künstlerhaus? wo sind wir? wieder eintritt? nein, durchatmen, es ist eine fotoarbeit von ursula janig.

na schau ma mal, was noch alles auf uns zukommt. stiege rauf und wir sehen ein kind. insideout von hiroko inoue, fotoarbeiten sw inszeniert, sehr persönlich. ruhe und besinnlichkeit füllt diesen raum. ein holzverschlag trennt diese arbeit vom hauptraum. lassen sie uns nun diesen betreten, hr. glober. eine assemblage von kleinformatigen arbeiten (james clay, gustav böhm, oliver marceta, alina kunitsyna, markus orsini-rosenberg, richard schütz, kurt mayr, cynthia schwertsik, hans jörg zauner, therese schulmeister, sabine groschup, christoph theiler, horst thaller, moana stemberger, christian stock) stellten sich vis-à-vis zur verfügung. so haben sie ihre sammlung im privaten genossen, die dichters. sympathisch.

dazwischen bringt uns hans scheierl seine eigene vergangenheit zu gesicht. komische musik, was soll das, es zieht uns um die ecke. die südafrikanischen performer elu und steven cohen stimmen uns nachdenklich.15 minuten muss man hier verweilen. danach kann man sich auf den weg machen und stockwerk nr. 2 besuchen. wir treffen auf vertriebene aus den sechzigern,..,..,..2006) schwarzweiß-fotografie von ralf marsault. selbst punk der ersten stunde und sein umfeld sensibel wahrnehmender fotokünstler aus paris. auch ralf versteht die dichters, und sie ihn. das gegenüber zeigt ralf fotografiert von andrea lambrecht. ebenfalls sw. wir ziehen weiter, untermalt von onos soundcollagen, zusammengetragen während der ausstellung - das beste, billig - (mai 2005), und sehen eine malerin – ist sie filmemacherin oder performerin? nun, eine künstlerin. halt! mara mattuschka lässt uns über ihre schulter schauen und wendet unseren blick auf abstrahierte malerei von martin kaltner. um die ecke. papierarbeiten von thomas baumann. eine rarität. gleich nebenan entführt uns hermann staudinger mit seiner 3-teiligen fotoarbeit in den himmel. gleich neben ihm lässt heidrun widmoser unseren scharfsinn überprüfen. ein kurzer blick in den innenhof, eine volle drehung nach links, wuchtige metallregale bestückt mit pappkartons. die installation eines mitarbeiters, der hier nicht genannt werden will. trotzdem, vielen dank.

haben sie noch zeit, hr. glober. aber bitte. wir treffen auf fälschungssichere sw-portraits, fotografiert von martina gasser. gleich nebenan - atem-.......-........- plank poschauko arbeiteten auch hier. hr. glober lässt nochmals die werke der künstlerinnnen in ruhe auf sich wirken, bis er uns ermutigt, den dritten und letzten stock zu erklimmen. seltsame dialoge ziehen uns hinein. gerümpel?
wer hat hier gewütet? ist das auch teil der sammlung, flüstert hr. glober uns schmunzelnd ins linke ohr. ein paar lichtstrahlen fallen ein und weisen uns den weg. soldaten im schützengraben, wirres zeug von sich gebend. ironie des schicksals? nein! der erste weltkrieg lässt grüssen. zwei klappstühle laden uns ein, dieses 12-minütige, absurde schauspiel auf video zu verfolgen. christof parzer und mischa gutmann, diese zusammenarbeit hat sich gelohnt. lieber hr. glober, folgen sie uns nun zurück in die gegenwart ins erdgeschoß. nach ihnen, hr. glober. aber bitte, ist doch selbstverständlich.

wir wandern die stockwerke hinunter und wir ermutigen herrn glober, noch kurz in der empfängnishalle zu verweilen und noch ein bisschen in den dichterschen memoiren zu schmökern. glober nimmt sich noch rasch einen katalog von florian harmers regalskulptur und wirft einen blick auf die tuwien (relief-ingo seefeld), angebracht oberhalb eines schaufensters mit blick auf die grundsteingasse. schwenk in den brunnenmarkt. ein glas wasser nach dieser langen reise, hr. glober. plötzlich entdeckt er -austria is flying- wie ist das gemeint? wir gehen auf maya yoneshos arbeit zu und versuchen, ihre österreich-rätsel zu entschlüsseln. hr. glober lacht. scheint zufrieden.
da richtet er seine augen auf die rote box links von ihm. savanni, alias nana swiczinsky, ihres zeichens illustratorin für die zeitschrift augustin, wirbt für ihre t-shirt-kollektion.

kollektion hin oder her, das ist das ende unserer führung hr. glober. vielen dank für ihre aufmerksamkeit. auf bald und auf wiedersehen. liebe grüsse aus der grundsteingasse von muliplast. ich drücke ihm noch ein paar postkarten in die hand und sehe, wie dieser hr. glober fast unbemerkt 2 euro in die spendenkassa einwirft. ich will diese ausstellung nicht geschenkt, waren seine letzten worte. macht so weiter (- das zitat könnte von beatrix bahr sein)!
er verschwindet um die ecke im gewirr und in der anonymität des brunnenmarktes.
aus verlässlicher quelle hörten wir wochen später, dass dieser seltsame journalist sich am schaukasten vorm osei niederließ und sich von clemens einen cafe-da servieren und zelebrieren ließ, sich mit den worten “liebe grüsse an jetti, ich komme wieder” verabschiedete und in der bunten menge des brunnenmarktes anonym entkam.
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fotos: martina gasser und heinz grosskopf

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